Diagnose

Zur Vermeidung bzw. Verringerung von Ausfallzeiten und zur turnusmäßigen zustandsorientierten Instandhaltung sind verschiedene Diagnosemethoden verfügbar. Durch Anwendung zerstörungsfreier Verfahren können selbst kritische Kabelstrecken vorübergehend weiter in Betrieb bleiben. Als besonders schonend haben sich dielektrische Diagnoseverfahren erwiesen, die belastbare und aussagekräftige Ergebnisse liefern und an allen Arten von Kabeln anwendbar sind. Das CDS (Cable Diagnostic System) liefert in Verbindung mit einem Laptop die Möglichkeit zur Anwendung der IRC-Messung für PE/VPE isolierte Kabel oder die Durchführung eine RVM- Messung an Papier-Masse-Kabeln. Durch die geringe Formierspannung von max. 10% der Betriebspannung wird eine Schädigung der Isolierung durch den Messablauf vermieden.

Die IRC-Messung nutzt den nach einer Formierung des Dielektrikums auftretenden Depolarisationsstrom und gibt nach Vergleich mit einer Datenbank den Alterungszustand und die Restfestigkeit der Kabelstrecke aus.

Bei der RVM-Messung wird die Wiederkehrspannung nach Formierung der Isolierung an PILC oder gemischten Kabeln ausgewertet. Dabei werden zwei Messungen mit Formierspannungen im Verhältnis 2/1 durchgeführt. Da Wasser ein nichtlineares Spannungsverhalten aufweist können aus dem Verhältnis der Wiederkehrspannungen Rückschlüsse auf den Wassergehalt der Isolierung und somit den Grad des Zelluloseabbaus gezogen werden.

Unter Verwendung einer 0,1-Hz-Sinus-Spannung und eines tanDelta-Messzusatz besteht die Möglichkeit zur Ermittlung des dielektrischen Verlustfaktors tanDelta. Die bei verschiedenen Spannungsstufen aufgezeichneten tanDelta-Verlustfaktoren werden nach Norm IEEE 400.2 bewertet und protokolliert. Bestandteil des Protokolls ist eine Handlungsempfehlung zum weiteren Vorgehen.